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Mittwoch, 23. April 2014

Mit kleinen Schritten in Richtung Nachhaltigkeit: Schritt 9

Nur 1 Tag ohne.

In meiner Reihe "Mit kleinen Schritten in Richtung Nachhaltigkeit", habe ich bisher immer versucht Aspekte zu finden, bei denen man nicht großartig verzichten muss und mit denen man trotzdem einen Teil zum Umweltschutz beitragen kann.
Heute dagegen geht es weitgehend um das Verzichten, aber nur im Minimalsten.
Kürzlich stellte ich mir nämlich die Frage: "Was wäre, wenn jeder Mensch in Deutschland nur einen Tag in der Woche auf Fleisch verzichten würde? Würde das überhaupt etwas bringen?"
Um eine Antwort zu bekommen brauchte ich nur ein paar Minuten im Internet und einen guten Taschenrechner, denn weiß Gott, ich bin wirklich keine gute Mathematikerin.

Auf der offiziellen Homepage des BVDF (Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V.) fand ich eine Statistik des Fleischwarenverzehrs je Kopf der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland (in kg). Diese reicht zwar erst bis zum Jahr 2012, jedoch zeigt sie eindeutig, dass die Tendenz sinkend ist. Somit war 2012 sogar der niedrigste Wert erreicht mit 29,9 Kg Fleisch pro Kopf im Durchschnitt. Im ersten Moment klingt das vielleicht nicht nach besonders viel, wenn man es hochrechnet schon. Und genau das habe ich als nächstes mal gemacht:
Laut Statista hatte Deutschland im Jahr 2012 rund 80,52 Millionen Einwohner. Damit haben wir einen Fleischverzehr von ca. 2.407.548 Tonnen Fleisch gehabt. (29,9Kg x 80,52 Millionen) 
Hätte jeder dieser Menschen in dem Jahr nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichtet, hätten wir eine Ersparnis von insgesamt 343.015 Tonnen Fleisch, also 14% gehabt.
(Denn: 29,9Kg (im Jahr) / 365 Tage = 0,08Kg pro Tag x 52 Tage (Jede Woche des Jahres 1x) = 4,26Kg Ersparnis pro Kopf x 80,52 Millionen Köpfe)
Man sieht also: nur ein Tag in der Woche kann eine Menge einsparen. Ich finde diesen Fakt extrem interessant und vor allem motivierend. Zudem klingt ein "Veggi Tag", mit einem Croissant mit Marmelade zum Frühstück, ganz viel leckerem Obst (wie Erdbeeren und Kirschen), knackigen Cornflakes am Nachmittag und einer großen Portion Nudeln mit Tomatensoße zum Abendessen, für mich eigentlich sogar ziemlich verlockend.

Des Weiteren muss man bedenken, dass pro Kilo Fleisch eine Menge Wasser verbraucht wird. Für Rindfleisch sind es bis zu 20.000 Liter/Kg und für Schweinefleisch bis zu 9.700 Liter/Kg.
Wenn man jetzt sehr grob geschätzt sagt, dass von den 29,9Kg Fleisch pro Kopf 2012 ca. 50% Rind und 50% Schwein gewesen ist, dann gab es einen durchschnittlichen Wasserverbrauch, für das Fleisch, pro Mensch, von 444.015 Liter im Jahr. (14,95Kg (die Hälfte von 29,9Kg) x 20.000L + 14,95Kg x 9.700L)
Das sind auf ganz Deutschland gerechnet: 3,57 x 10^13 Liter Wasser. Das ist eine unvorstellbare Menge. (Ausgeschrieben sieht die Zahl so aus: 35.700.000.000.000 L.)
Hätte es die oben genannte Ersparnis von Fleisch gegeben, so hätte man gleichzeitig 28% Wasser pro Kopf gespart und das wären ca. 126.522 Liter Wasser gewesen. Wieder auf die Bevölkerung von Deutschland hochgerechnet wären das 1,01 x10^13 Liter Ersparnis gewesen.

Ich weiß, das waren jetzt sehr viele Zahlen, aber ich finde sie veranschaulichen sehr gut was für ein riesiges Ausmaß nur ein "Veggi Tag" in der Woche haben kann. Außerdem wollte ich euch nicht nur die Ergebnisse vor die Füße werfen, sondern euch genau zeigen, wie ich auf diese gekommen bin, damit ihr es vernünftig nachvollziehen könnt. (Und damit ihr, falls ich mich verrechnet haben sollte, es mir sagen könnt ;D)
Alle Zahlen sind zwar Durchschnittswerte, aber man kann selbst, denke ich, gut abschätzen ob man unter oder über dem Durchschnitt liegt. Denn 0,08 Kg Fleisch pro Tag ist doch eher eine geringe Zahl, die mit Sicherheit von dem Einem oder der Anderen gerne einmal überschritten wird.

Ich hoffe, dass ich euch nun nicht verjagt habe mit dieser kleinen Mathe Stunde und dass es euch vielleicht sogar gefallen hat! ;)

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