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Dienstag, 13. September 2016

Soziales Unternehmen (4) - Atmosfair


[Kategorie: Reisen]

(Repost: Atmosfair - nachdenken und klimabewusst reisen 2014)

Der nächste Urlaub ist schon gebucht und in den meisten Fällen geht es mit dem Flugzeug in ferne Länder. Auch wenn fast Jeder weiß, dass Fliegen einen besonders hohen CO2 Ausstoß hat, möchte man nur sehr ungern auf das weiträumige Reisen verzichten. Besonders in der heutigen globalisierten Welt, gehört das Entdecken anderer Länder einfach dazu. So heißt es in einem bekannten Werbespot auch "Reise dich interessant."
Soll man also nun auf das Reisen verzichten, um die Umwelt zu schützen? Nein, sagt atmosfair.

Atmosfair ist eine gemeinnützige GmbH aus Bonn, die 2005 gegründet wurde und mehrfach, sowohl national als auch international als bester Anbieter ihres Bereiches ausgezeichnet wurde.
Ihr Motto lautet "Vermeiden. Reduzieren. Kompensieren." Auf der Internetseite dieser Organisation kann man die Emissionen seines nächsten Flugs errechnen und diese dann kompensieren, indem man einen Betrag bezahlt, der an die Emissionen angepasst ist. Z.B.: Flug Bremen - München, Emissionen: 360 Kg CO2 macht dann 9,00€ für die Kompensierung. Dieses Geld nutzt Atmosfair dann für die Unterstützung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern. Das bedeutet, dass Atmosfair zwar nicht die Flüge und die damit entstehenden Emissionen verhindert, sondern an anderen Stellen diese Menge an CO2 einspart.

Ein Projekt von Atmosfair läuft in Rajasthan, einem Bundesstaat in Indien. Dieser gehört zu den ärmeren des Landes. Die Menschen leben hier vor allem von der Landwirtschaft. Allerdings lässt sich in diesem sehr heißen Gebiet fast nur Senf anbauen und ernten. Die dabei entstehenden Erntereste wurden verbrannt, da sie wertlos und unbrauchbar waren. Atmosfair hat nun ein Biomassekraftwerk in Tonk in Gang gesetzt, dass aus den Ernteresten Strom erzeugt. Dies sorgt nicht nur für eine Einsparung von 35.000 Tonnen CO2 im Jahr, sondern verhindert die Verbrennung der Reste und bringt zusätzlich den Kleinbauern mehr Geld. Denn diese bekommen für das Liefern ihrer Erntereste und dessen Gewicht direkt Geld bar auf die Hand.
Dieses Projekt hat mich persönlich sehr fasziniert, da es so scheint als wenn wirklich alle Parteien dabei gewinnen. Des Weiteren muss man sagen, dass die Internetseite und alle Projekte sehr transparent sind und die Organisation und ihre genannten Einsparungen durch verschiedene Institutionen regelmäßig überprüft und bestätigt werden.

Allerdings sollte man Atmosfair nicht einfach um seines Gewissens Willen zur Kompensierung nutzen. Wie es bereits in dem Logo des Unternehmens geschrieben steht, sollte man vor einer Reise nachdenken und verschiedene Wege in Betracht ziehen, denn oft ist man überrascht, wie einfach es ist einen Flug zu vermeiden. Zum Beispiel kommt man mit dem Zug innerhalb von 8 Stunden und mit nur einem Mal Umsteigen von Hamburg nach Paris. Außerdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass auch das Reisen innerhalb Deutschlands große Vorzüge hat. Wir haben viele tolle Orte in unserem Land, sowohl große, beeindruckende Städte, sowie ruhige, entspannende Landschaften, die genauso sehenswert sind wie in anderen Ländern. Also warum nicht einfach jedes zweite Jahr in Deutschland in Urlaub reisen und somit Flüge einsparen.

Natürlich gibt es Ziele die man nur mit dem Flugzeug gut erreichen kann, wie Australien oder die USA, die trotzdem viele Menschen sehen wollen. Und genau in diesen Fällen finde ich, dass Atmosfair eine gute Lösung ist um sich selber nicht einzuschränken, aber dennoch bewusst ein Stück wieder gut zu machen. Nicht nur für das eigene Gewissen, sondern auch wirklich für die Umwelt.


Weitere Informationen findet ihr auf der Internetseite: https://www.atmosfair.de

Donnerstag, 8. September 2016

Soziales Unternehmen (3) - Ergobag (Fond of Bags)

ergobag soziales unternehmen
www.ergobag.de/
[Kategorie: Textilien]

Wisst ihr noch, wir wir alle einmal mit einer Körpergröße von 1,20m und Schultaschen im Verhältnis so groß wie ein riesiger Seemannsbeutel durch die Grundschulen gerannt sind? Ich kann mich da noch sehr gut dran erinnern und wünschte ergobag hätte es damals schon gegeben.

Ergobag produziert seit 2010 ergonomische Schulrucksäcke, die nicht nur individuell veränderbar sind, sondern auch nachhaltig produziert werden. Dazu werden gewöhnliche PET-Flaschen genutzt. Diese Flaschen werden klein gestampft und zu kleinen Plastikschnipseln zerlegt. Anschließend werden diese gründlich gereinigt, wodurch ein Pulver entsteht, welches im nächsten Schritt geschmolzen und danach zu Polyesterfasern weiterverarbeitet wird. Mit Hilfe dieser Fasern werden dann Fäden gesponnen, aus denen wiederum der Stoff für die Rucksäcke gewonnen wird. Seit Anfang der Produktion wurden so schon ca. 31,3 Millionen PET Flaschen in ein neues Leben als Rucksack wiedergeboren. Mit dieser Herstellung wird nicht nur das Erdöl geschont, welches in der herkömmlichen Produktion von Rucksäcken benötigt wird, sondern auch die Umwelt wird durch die Weiterverarbeitung der nur sehr langsam vergehenden Plastikflaschen geschont.

fond of bags soziales unternehmen
www.fondofbags.com

Inzwischen ist aus ergobag die Firma FOND OF BAGS geworden. Hier sind noch verschiedene Marken wie z.B. Affenzahn oder Satch hinzugekommen. FOND OF BAGS stellt dabei ein Gütesiegel für Taschenliebhaber da und zeichnet sich besonders durch Qualität, Funktionalität, Design und verantwortungsvolle Herstellung aus. Dieses Unternehmen hat sich einige Ziele im Bereich CSR gesetzt. So möchten sie bis 2018 alle Nähereien, die sie beauftragen auf die Einhaltung des Verhaltenskodex überprüfen, eine 100% PTC freie Produktion umsetzen und die Lieferketten transparent machen.


Insgesamt bin ich wirklich begeistert von der Idee mit den PET Flaschen und finde es toll, dass FOND OF BAGS Verantwortung übernimmt und damit die Nachhaltigkeit in dieser Branche vorantreibt.