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Dienstag, 28. März 2017

Fasten für die Umwelt

Es ist Fastenzeit und auch ich mache dieses Jahr mit, indem ich weitestgehend auf industriellen Zucker verzichte, d.h.: keine Süßigkeiten, keine Chips, kein Fast-Food auch kein Alkohol und Kuchen ist natürlich auch verbannt worden (leider ;D). 
In meinem Umfeld ist mir aufgefallen, dass es sehr viele verschiedene Arten des Fastens gibt. Denn neben den Klassikern auf Alkohol und Süßigkeiten zu verzichten gibt es beispielsweise auch noch das Smartphone-Fasten oder das Fernsehen-Fasten. Während ich eines vergangenen Morgens der letzten Tage, bei herrlichem Sonnenschein, seit einer Ewigkeit mal wieder mein Fahrrad benutzt habe, um Einkaufen zu gehen, ist mir die Idee gekommen, dass man doch auch für die Umwelt fasten könnte. Nun habe ich zwei Fasten Ideen für euch mit der ihr in der Fastenzeit nicht nur euch, sondern auch der Umwelt Gutes tun könnt:

(1) CO2-Fasten
Das Auto mal stehen lassen? Finde ich ehrlich gesagt gar nicht so einfach. Aber in der Fastenzeit geht es schließlich auch darum bewusst zu leben und auf etwas zu verzichten, dass wir sonst als selbstverständlich erachten. Und das trifft, jedenfalls bei mir, vollkommen auf das Auto zu. Ich gebe zu, oft bin ich zu bequem um das Fahrrad zu nehmen und das Wetter bietet immer eine passende Ausrede „zu kalt… zu windig… zu warm… zu nass...“ und so weiter. Aber als Challenge für die Fastenzeit finde ich es eine coole Idee so viel wie möglich auf das Auto zu verzichten und stattdessen das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. So spart man Co2 und danach weiß man das Luxusgut Auto erst recht wieder zu schätzen! Aber natürlich gehört zum Co2 Fasten nicht nur das Auto dazu. Auch bestimmte Produkte die wir täglich nutzen sind mit viel Co2 belastet. So könnte man in der Co2-Fastenzeit darauf achten nur regionales und saisonales Obst und Gemüse zu kaufen, bei dem weniger Co2 aufgrund der kürzeren Transportwege und Lagerungen verbraucht wurde.
 Tabelle des BOLW zum Co2 Gehalt von Lebensmitteln
Tabelle des BOLW zum Co2 Gehalt von Lebensmitteln
Hier habe ich für euch eine Tabelle rausgesucht vom Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft, die die Co2 Belastung von verschiedenen Lebensmitteln darstellt. Besonders überraschend fand ich den Wert der Butter, aber auch Fleisch ist hoch im Kurs, weshalb beim Co2 Fasten auch das vegetarische Leben zu empfehlen wäre ;)

(2) Plastik-Fasten
Meiner Meinung nach noch schwieriger als das Co2 Fasten… Denn wenn man nicht gerade in großen Städten lebt, in denen es Läden wie beispielsweise Original unverpackt gibt, bei denen ich ohne Probleme hineinspazieren und alle Lebensmittel ohne Verpackung kaufen kann, wird das wirklich schon schwieriger. In kleinen Orten gibt es nur die gewöhnlichen Supermärkte und in denen ist erschreckend viel unnötig verpackt wie z.B. jede einzelne Gurke oder die Dreier-Packung Paprika. Während man aber im Obst und Gemüse Abteil noch Alternativen findet wird es in den anderen Regalen noch schwieriger. Oder habt ihr schon einmal Nudeln gesehen die in einem Supermarkt nicht in Plastik verpackt waren? Bei diesem Fasten muss man vieles planen bevor es losgeht. Natürlich gibt es bereits einige Online-Shops die plastikfreie Produkte verkaufen, jedoch handelt es sich hier weniger um Lebensmittel selbst, als um die Aufbewahrungsmöglichkeiten. Die Seite Utopia hat verschiedene dieser Online-Shops getestet und einen Vergleich erstellt: Utopia - Plastikfreie Online Shops im Vergleich
Für diese Art des Fastens bietet es sich an viele neue Rezepte auszuprobieren, denn am Einfachsten ist es auf Plastik zu verzichten, indem man vieles selbst macht. Da man aber natürlich nicht alles selbst machen kann, bietet sich der Einkauf in Bio Läden an, diese gibt es schon in den meisten Kleinstädten und haben meist mehr Auswahl an plastikfreien Produkte als normale Supermärkte.


Falls ihr noch andere Ideen für umweltfreundliches Fasten habt oder diese Arten vom Fasten bereits ausprobiert habt oder sogar gerade dabei seid, würde ich mich über eure Erfahrungen, Tipps und Tricks in den Kommentaren freuen! :)

Montag, 20. März 2017

Projekt V - Fazit

Ja, Leute, ich gebe zu mein Fazit hat lange auf sich warten lassen. Aber dafür ist es ausführlicher und ich habe genug Zeit gehabt die vegane Woche zu reflektieren! ;) Dazu gibt es einmal einen kurzen Fragebogen, für die die keine Lust haben so viel zu lesen und die wichtigsten Aspekte auf einen Blick lesen möchten und anschließend eine lange Reflexion in der ich meinen Gedanken freien Lauf lasse und meine Erfahrungen berichte.




Kurzreflexion:

1.  Wurde das Projektziel erreicht? (Begründen Sie Ihre Ansicht)
Mein oberstes Projektziel war es eine Woche lang vegan zu leben; Ja, das habe ich erfolgreich erreicht. Aber meine Unterziele wie beispielsweise nachhaltiger zu leben nicht.

2.  Was trug zum Erreichen des Ziels bei?
Die Unterstützung von CaT (meiner Schwester). Alleine hätte ich wahrscheinlich viele Momente gehabt in denen ich Schwach geworden wäre und nicht-vegan gegessen hätte. Besonders wenn es ums kochen ging. Denn für sich alleine jeden Abend kochen, während alle anderen was anderes leckeres bekommen wäre mir echt schwer gefallen. Aber dadurch dass ich dieses Projekt mit CaT durchgezogen habe konnten wir uns gegenseitig gut helfen und motivieren.

3.  Welche Schwierigkeiten gab es
     -   inhaltlicher / organisatorischer Art: Oft gab es Schwierigkeiten Zutaten zu kriegen die in veganen Rezepten standen. Z.B. hatten wir erhebliche Schwierigkeiten im normalen Supermarkt eine Zartbitter-Schokolade (70% Kakao) zu bekommen, für eine vegane Schoko-Torte. Wir sind sprichwörtlich von A bis Z gerannt und standen am Ende mit leeren Händen da. Erst mit einer Online-Bestellung konnte das Problem gelöst werden.

     -   auf der Beziehungsebene (in der Gruppe ...): Essen gehen mit einer Freundin, Kaffee trinken und Kuchen essen mit der Familie war plötzlich gar nicht mehr so einfach.. Man muss sich erklären, das Verhalten teilweise rechtfertigen und gerät dadurch ständig in dieselbe Diskussion über Veganismus, was zum Teil natürlich interessant ist, aber nach 7 Tagen irgendwann auch langweilig werden kann..

4.  Wie könnte dieses Projekt weitergeführt werden?
Ich werde das Projekt weiterführen indem ich versuche einen veganen Tag in meine Woche oder in den Monat zu integrieren.
5.  Was haben Sie für sich gelernt?
Vegan ist spannend... aufwendig... interessant... bringt neue Erfahrungen... lässt einen manchmal verzweifeln... kann auch Spaß machen...  aber ist einfach nichts für mich.

Ausführliche Reflexion:

Ich gebe ehrlich zu, ich bin froh dass es vorbei ist. Besonders im Bereich der Kosmetik fand ich es schwierig gute Alternativen zu finden. Ich denke man braucht einfach viel Zeit um sich mit den Produkten auseinander zu setzen und festzustellen was der eigenen Haut gut tut und mit welchen Produkten man gut umgehen kann und dafür benötigt es einfach mehr als eine Woche.

Im Food-Bereich dagegen war ich überrascht wie gut mir die Gerichte, auch mit Tofu, geschmeckt haben! Aber dennoch finde ich es sehr aufwendig. Man muss den ganzen Tag darüber nachdenken was man essen kann und was man als nächstes Einkaufen muss. Das ist mir ehrlich gesagt zu viel Aufwand. Ich denke Veganer sein kann eine gute Sache sein, aber nur wenn man sich so stark damit auseinandersetzt, dass man weder unter Mangelerscheinungen leidet, noch dass man die Zeit für wichtigere Dinge im Leben verliert, weil man damit beschäftigt ist nur noch über Essen nachzudenken.

Des Weiteren habe ich mir einige Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und Veganismus gemacht und habe dabei für mich festgestellt, dass ich durch das vegane Leben nicht nachhaltiger gelebt habe. Vegan bedeutet nämlich in den meisten Fällen nicht gleich Bio und auch nicht gleich FairTrade. Dabei Frage ich mich ob dann nicht eins der primären Ziele von vielen Veganern gar nicht erreicht wird? Ich kenne viele Veganer die aus "Liebe zur Umwelt" vegan sind. Aber wenn diese Produkte ebenfalls nicht Bio oder vegan sind, dann vermeide ich zwar die Tötung von Tieren (was jedoch auch "einfache" Vegetarier tun) aber unterstütze z.B. den Anbau von Soya in Monokulturen und die dafür zum Teil abgeholzten Wälder zum Platzschaffen für diese Felder sind keineswegs nachhaltig. Somit muss ich beim veganen Lebensstil, genauso wie als Vegetarier und "Normalesser" weiterhin darauf achten ob die Produkte nachhaltig sind, weil die Eigenschaft vegan damit meist nicht gleichzusetzen ist.  Natürlich gibt es auch Argumente für veganes Leben und einige Punkte entsprechen vielleicht auch Kriterien der Nachhaltigkeit. Aber ich, für mich, habe festgestellt, dass bei mir das Hauptziel der veganen Ernährung auch eine nachhaltigere Lebensweise war, das ich aber mit vielen Produkten nicht erreicht habe.
Ich bin generell der Meinung das Extreme nicht gut sind. Weder ein extremer Fleischkonsum, noch der komplette Verzicht auf jegliche tierischen Produkte. Ich sehe die Problematik in der Extremen und denke, dass wir mehr erreichen können, wenn wir die Gesellschaft davon überzeugen können einen vegetarischen oder veganen Tag in der Woche einzulegen oder in der Fastenzeit auf Fleisch oder Tierprodukte zu verzichten, als sie davon zu überzeugen ihr Leben komplett umzukrempeln und für den Rest ihres Daseins auf alles zu verzichten. Was passieren würde, wenn jeder Deutsche einen Tag auf Fleisch verzichten würde habe ich in einem früheren Post mal hier diskutiert.

Ich habe in der veganen Woche wirklich viele interessante Erfahrungen gemacht, habe Schwierigkeiten gehabt die ich Lösen konnte und bin Hürden begegnet die ich nicht überwinden konnte. Aber ich denke es war wichtig diese Erfahrungen zu machen und nun kann ich sagen: ich habe es probiert! Denn das finde ich wichtig, besonders bevor man über den veganen Lebensstil urteilt! Ich habe seit dieser Woche einen noch größeren Respekt vor den Menschen die es schaffen sich vegan und nachhaltig zu ernähren und dabei nicht den ganzen Tag nur an Essen denken müssen. Doch ich schaffe das leider nicht und möchte es auch gar nicht schaffen müssen. Aber da ich einige gute Gerichte gefunden habe und auch noch andere Produkte zuhause habe die ich mindestens aufbrauchen möchte werde ich demnächst immer mal wieder einen veganen Tag in meiner Woche unterbringen, denn ich denke dass tut nicht nur dem Körper mal ganz gut, sondern bringt auch Abwechslung und neue, interessante Erfahrungen mit sich.